Was ist Glück?

  • Glück. GLÜCK. g l ü c k.  –  Von welchem Blickwinkel aus man das Wort auch betrachtet, keiner weiß so genau, was Glück eigentlich ist. Für die einen ist es Glück, wenn die Lottofee die Ziehung ihrer Zahlen verkündet. Andere sind rundum glücklich, wenn sie nach Monate langem Training einen Marathon laufen und völlig geplättet das Ziel erreichen. Brautpaare brauche ich nicht fragen. Für die ist es (bis auf wenige Ausnahmen) das große Glück, sich gefunden und einander die Ehe versprochen zu haben. So am Samstag noch erlebt … im Gutshaus Harkensee wurde mal wieder erfolgreich geheiratet. Und gefeiert. Für mich als Planerin ein langer, bunter Tag mit vielen abwechslungsreichen Aufgaben und spannenden Momenten. Da ist man oftmals hautnah dran ‘am Glück’ … und genießt dabei seine ganz eigenen Glücksmomente. Da steht man um Mitternacht im lilafarbenen Festtagsdirndl auf der steinernen Gutshaustreppe, während sich die Gäste zu altbekannten Schlagerklängen die letzten Krümel der Hochzeitstorte auf der Zunge zergehen lassen. Während dessen lautet mein Auftrag, die betagte Steintreppe von den Spuren der Jawortbefeierung zu befreien. Rote Rosenblätter wohin das Auge blickt. Ich fege und geniesse – meinen ganz eigenen kleinen, ruhigen Glücksmoment. Ein klarer Fall von Glücksgefühl nach getaner Arbeit: Glücksstufe 1. Nur einen kleinen Moment später ist sie da: Glücksstufe 2. Plötzlich stehe ich gemeinsam mit meinem Chef, unsere Arme weit ausgebreitet, nur mit den Zehenspitzen auf der Kante einer Treppenstufe balancierend, am Portal des Gutshauses. Unsere Mission: Wir machen eine Trockenübung – sind das erste Gutshaus-Turmspringer-Duo in der Geschichte von Harkensee. Wir kippeln und balancieren. Sind albern und lachen. Und eine Stunde später, als ich nach Hause fahre, wird mir klar: Das war ein Glücksmoment. Ein ganz kleiner, rundum glücklicher Augenblick, der – wenn ich an ihn denke – meinen freien Sonntag heute ein klein wenig glücklicher gemacht hat. Da fegt man doch gerne…

    treppe mit rosen

    Ein Treppenbild von Martina Döbler.


    Mai 30th, 2010 | JAgentin | 4 Comments | Schlagwörter: , , , ,

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Eva Gieselberg

4 Responses and Counting...

  • Ingrid Buss 05.30.2010

    Liebe JAgentin,
    es hat mich doch sehr neugierig gemacht, wo das Wort “Glück” seinen Ursprung hat. Und so lese ich im Herkunftswörterbuch, dass dieses Wort im 12. Jh. aus Nordwesten ins deutsche Sprachgebiet kam. (Es war also wahrscheinlich eher in Lübeck als in Köln!!)
    Wahrscheinlich wurde es aus dem Niederländischen (ghe)lucke abgeleitet, was auch dem englischen LUCK sehr nahe kommt oder dem schwedischen LYKKA.

    Das Wort Glück gibt es also noch gar nicht so lange bei uns, und wer denn glaubt, dass das Wort GLUCKE etwas damit zu tun haben könnte, der irrt. Die Glucke sitzt zwar auf den Eiern und brütet und brütet, aber das GLÜCK kann auch sie nicht festhalten. Es kommt und geht meistens auch wieder ganz schnell.

    Wer diese schönen GLÜCKSmomente erleben darf, wird sie nie vergessen… und nur, wer offen dafür ist, erlebt eine Treppenstufe als Sprungbrett!

    Es hat Spaß gemacht, diesen Eintrag zu lesen!!
    Weiterhin ganz viel GLÜCK – Dir und Deinen Paaren,
    Inge

  • Liv

    Liebe Eva,

    es ist ein Glück, Dich als Freundin zu haben; so wie es für Deine (zukünftigen) Brautpaare ein Glück ist, Dich zu dann definitiv geglückten HOCHZEITsplanerin auserkoren zu haben!

    NB: hatte ich ganz vergessen zu berichten: wir WAREN mal glückliche Besitzer eines Toyotas Carina; nun hat das Glück uns verlassen, ich weiss, dies schockt Dich wie uns, bist Du doch tapfer von Paris nach Brüssel mit ihr und uns gefahren. So kommt es, bleibt ein wenig und geht auch wieder – das Glück. Wenn man es als glücklichen Moment erkennt, ist es meistens schon vorbei…

  • Was für eine traurige Nachricht am Wochenanfang. Der Schrott hab Sie selig, die gute, alte Carina. Ich hatte sie gern und werde sie ewig in guter Erinnerung behalten.
    Ihr habt doch nicht etwa versäumt, dem Kühler frisches Wasser zu geben?

  • Liv

    Wir haben sie gehegt und gepflegt, nicht immer mit aber immer aus Liebe, so wie es mit geliebten Dingen halt läuft. Und dann musste sie doch gehen. Aber etwas Hoffnung bleibt: sie ist nicht auf dem Schrott, jedenfalls ihr Motor nicht; vielleicht rollt er bald als Taxi durch Afrika und macht Menschen “glücklich”, dort wird die Treue eines Toyota-Motors noch geschätzt!

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